Schulhof-Tour

Seit Anfang März waren  wir mit unserem MJA Mobil, Sofa.... unterwegs auf der Schulhoftour, um Meinungen der Plauener Jugendlichen zum Thema "Jugend unter Artenschutz" einzuholen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

 

Die Ergebnisse wurden in der Freien Presse veröffentlicht und sind als PDF unter: "Deine Meinung zählt" zu finden!

 

Freie Presse:

 

Jugendliche fühlen sich in die Zange genommen

Plauener Streetworker stellen Studie vor - Jugend fehlt es an Freiräumen

Plauen. Die Konflikte zwischen Erwachsenen und dem Nachwuchs sind nicht mehr so umfangreich wie noch vor Jahren. Aber: Ein Großteil der Jugendlichen (84 Prozent) fühlt sich in der Gesellschaft nicht ernst genommen. Das sind die beiden Haupterkenntnisse des "Realitäts-Check", an dem mehr als 800 Jugendliche aus Plauen und dem Vogtlandkreis teilgenommen haben.

Die Mitarbeiterinnen der Mobilen Jugendarbeit Plauen (MJA) haben die Studie erstellt. Im März rückten sie an den Plauener Pennen an, um deren Schülern auf den Zahn zu fühlen. Außerdem hörten sich ihre vogtländischen Kollegen in ihren jeweiligen Einzugsgebieten um. Mit dem Ergebnis ist MJA-Mitarbeiterin Anja Merkel zufrieden: "Wir waren überrascht von der Ehrlich- und Ernsthaftigkeit der Jugendlichen", sagte sie gestern. Teilgenommen hätten vor allem Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren.

Nach Aussage Merkels zeigte die Befragung, "dass der Konflikt zwischen Jugend- und Erwachsenenwelt nicht mehr so stark ausgeprägt ist wie früher". Die Sozialpädagogin führt dies vor allem auf eine durchschnittlich immer liberalere Erziehung zurück. Die Regeln und Normen der Gesellschaft würden die Jugendlichen teilen und diese auch für sich annehmen. Sie äußerten aber auch, dass es eine unterschiedliche Bewertung von Regelverstößen älterer und junger Menschen geben würde - zu ihrem Nachteil. Deutlich wurde außerdem, dass sich die Jugend zwischen Kindern und Erwachsenen eingezwängt fühlt, so Merkel. 67 Prozent der Befragten stimmten zu, dass es schwer sei, Freiräume zu finden. Anja Merkel dazu: "Das Ergebnis zeigt, dass junge Menschen im öffentlichen Raum stärker akzeptiert werden sollten und sich danach sehnen. Es sollte ihnen dafür auch mal erlaubt sein, laut zu sein."

Damit die Stimme der Jugend nicht ungehört verhallt, hat sich die MJA bereits an höchster Plauener Stelle gemeldet. Beim Podiumsgespräch zur bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl im Jugendzentrum eSeF wurden die drei Kandidaten mit Starterkits und den Studienergebnissen ausgestattet - mit Hausaufgaben, wie Merkel sagt. Um auf die Belange junger Menschen weiter aufmerksam zu machen, haben die Streetworkerinnen zudem einen Flashmob geplant. Am 13. Juni wollen sie den Plauener Nachwuchs auf dem Tunnel versammeln - im Seniorenkostüm. Das Ziel: Das Bild einer Stadt ohne Jugend zeichnen.

 
erschienen am 04.06.2014 ( Von Roger Grahl )

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