Seit diesem Jahr kümmert sich die Mobile Jugendarbeit um den ehemaligen Flüchtlingsgarten an der Haselbrunner Straße. Nachbarn nehmen großen Anteil am dortigen Geschehen.

Plauen.

Jan Niclas Knüpfer geht im Dezember zur Bundeswehr. Bevor es soweit ist, macht sich der handwerklich begabte Plauener derzeit im Stadtgarten an der Haselbrunner Straße nützlich. In der vergangenen Woche half der 17-Jährige beim Aufbau eines Carports, der als Unterstand eigentlich für Autos gedacht ist. Denn eine Gartenlaube sucht man vergebens in der Parzelle direkt neben dem Garagenkomplex. Die ist aber dringend nötig. Denn der Verein Mobile Jugendarbeit (MJA) hat einiges vor auf dem Grundstück und bisher war dort nur ein abgebrannter Wohnwagen vorhanden.

Junge Leute aus dem Stadtteil und auch aus anderen Wohngebieten Plauens sollen sich in dem Garten treffen, unterhalten und aufhalten können. Zweimal pro Woche ist das bei eingerichteten Kontaktzeiten möglich. Die Mobile Jugendarbeit bietet diese Kontaktzeiten an. Genutzt werden sie meistens von zwei bis fünf Jugendlichen oder jungen Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren. Die nehmen sehr gerne die organisierten Veranstaltungen an. "Wir hatten eine Halloween-Party hier mit ungefähr 15 Leuten", berichtet MJA-Mitarbeiter Daniel Escherich. Weitere solcher Abende sind angedacht. Stühle zum Sitzen oder Liegestühle zum Liegen unter dem Carport brauche der Stadtgarten aber auf jeden Fall noch. Die will man demnächst bauen.

Das Interesse der Umgebung ist auch bereits geweckt: "Es kommen ganz viele Leute und fragen, was wir hier machen", lässt der Plauener wissen. Das sind die Nachbarn aus den Gärten und Wohnhäusern ringsum. Die stellen aber nicht nur Fragen. Sie bringen manchmal auch etwas mit, zum Beispiel selbst gebackenen Kuchen. "Wir haben auch schon Obst gegen Gemüse getauscht", erinnert sich Escherich. Ein guter Kontakt sei da vorhanden. Jan Niclas Knüpfer fühlt sich jedenfalls wohl. "Das ist eine gute Idee", meinte er zum Stadtgarten. So komme man mal raus und könne ein bisschen was machen. Seine handwerkliche Begabung sei ihm in die Wiege gelegt worden, meinte er. Der Plauener will weiter mit anpacken.

Auch Denise Fritsch von der Koordinierungs- und Fachstelle des Projektes in Auerbach zeigte sich angetan von dem Vorhaben. Das Projekt "Demokratie leben" förderte den Bau des Unterstandes mit 1000 Euro.