Vogtland - Anzeiger 09.02.2018

 

Die Unterschiede zwischen gesunden Neugeborenen und den Babys von alkohol- oder

drogenabhängigen Müttern wurden den Achtklässler von Familienhebamme

Martina Schulze (links) und Sozialarbeiterin Melanie Hechler (rechts) an Hand

von Puppen verdeutlicht.

 

 

Puppe zeigt den Unterschied

 

Plauen – Wenige Tage vor den Winterferien widmete sich die 8. Klasse der Dittes-Oberschule Plauen einem ernsten Problem. In einem Drogenpräventionsprojekt lernten sie die Folgen von Drogenmissbrauch, egal in welcher Form, kennen. Mitarbeiter des Diakonischen Kompetenzzentrums für Suchtfragen gGmbH gaben den Einstieg ins Thema und erklärten anschaulich den Unterschied zwischen legalen und illegalen Drogen. Frau Lang und Frau Glück vom Verein Brücke Plauen sprachen am Mittwoch über die rechtlichen und strafrechtlichen Hintergründe bei Drogendelikten. AnhandvonBeispielen aus ihrer täglichen Arbeit zeigten sie den jungen Leuten, wie eine Gerichtsverhandlung abläuft und welche Wege die Verurteilten im Anschluss gehen. Eine junge Patientin aus der Praxis von Diplom-Psychologin Annelie Flügel vom Helios Vogtland-Klinikum Plauen erzählte aus ihrem Leben.Fünfzehn Jahre hatte sie Drogen konsumiert, ist jetzt seit einiger Zeit clean und versucht mit der Therapie ihre Zukunft ohne Drogen zu regeln. Die wahre Geschichte der Frau berührte die 14-jährigen und machte sie nachdenklich. Den Abschluss der Projekttage bildete gestern der Vortrag von Familienhebamme MartinaSchulze. Sie betreut intensiv besondere Familien mit Babys bis zu einem Jahr. Der gesamte Vormittag stand unter dem Motto: „Was habe ich für ein Bild von Liebe und Sexualität?“ Es wurde offen über das Thema gesprochen und über alle Möglichkeiten der Verhütung aufgeklärt. Drei lebensechte Puppen zeigten die Unterschiede zwischen gesunden und Neugeborenen von Drogenabhängigen. Die Teenager waren tief beeindruckt und stellten ihre Fragen. Es wurde offen gesprochen und kein Thema ausgelassen. FKE

 


 

Vogtland – Anzeiger 11.02.2018

 

 

Protest vor dem Landratsamt in Plauen

 

 

 

Plauen – „Machen Sie diese krumme Sache nicht länger mit!“ Das bekundeten am Donnerstagnachmittag Sozialarbeiter und Jugendliche aus dem Jugendzentrum Oase, von der Mobilen Jugendarbeit Plauen und dem Kindercafé Mücke vor dem Plauener Landratsamt mit einer Protestaktion.

Mit dabei hatten sie Bananen, an welchen je ein Informationszettel für Passanten und Akteure im Landratsamt hing. „Da die auskömmliche Finanzierung der Plauener Kinder- und Jugendeinrichtungen für dieses Jahr nach wie vor nicht geklärt ist, wollten wir mit dieser Aktion nochmals alle Kreistagsabgeordneten aufmerksam machen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Die Stadt Plauen hat inzwischen zur Deckung des Defizits zusätzliche Mittel in ihrem Haushalt bereitgestellt, das ist eine freiwillige Leistung, und die Kinderund Jugendeinrichtungen haben zähneknirschend Öffnungszeit reduziert.

Dem Vogtlandkreis als eigentlich alleinig für die auskömmliche Finanzierung zuständiger Örtlicher Träger der Jugendhilfe scheint der Fortbestand der Einrichtungen nicht so wichtig zu sein. Wir haben seit Wochen keine Informationen zum Stand der Verhandlungen“, sagte Peggy Schöffler-Gadsch vom Jugendzentrum Oase in Chrieschwitz.

Die Prostestierenden verwiesen auf die Pflicht des Vogtlandkreises in Sachen Jugendarbeit, auf die es für Kinder und Jugendliche einen Rechtsanspruch gibt. „Die Förderpraxis für die Kinder – und Jugendarbeit im Vogtlandkreis ist nicht gesetzeskonform. Sie widerspricht den Vorgaben des 8. Sozialgesetzbuches. Es stehen deshalb immer mehr Angebote der Kinder- und Jugendarbeit auf wackeligen Füßen“, stand auf den Bananen-Zetteln. fb

 


 

 

 


09.02.2018 Freie Presse

 

Bananen an die Kreisräte verteilt


09.02.2018 Freie Presse

 

Spontaner Applaus für eine Bürgerin


07.02.2018 Vogtland - Anzeiger

 

Besucher kommen zum Unterricht

(bzgl. Schulsozialarbeit an der Dittes - Oberschule)


 

05.01.2018 Freie Presse

 

Alltag für mobile Jugendarbeiter: Ungewisse berufliche Zukunft

 

Seit Jahresbeginn gibt es keine Kinder- und Jugendarbeit mehr im Markuskeller in Haselbrunn. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs.

 

Von Sabine Schott
erschienen am 05.01.2018

 

Tür auf oder Tür zu? Das Team der Mobilen Jugendarbeit in Plauen ist immer wieder von Finanzierungsdebatten betroffen. Im Foto von unten: Franziska Klinner, Melanie Hechler, Katja Dietz, Stefanie Grüner, Anja Merkel. Nicht im Bild sind Kerstin Kunze und Daniel Escherisch.

 


 



Plauen. Gerade erst haben die Streetworker des Vereins Mobile Jugendarbeit (MJA) in Plauen ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Jedoch war der Geburtstag überschattet, denn die Mitarbeiter mussten - wieder einmal - um die berufliche Existenz bangen. Seitens des Vogtlandkreises sind Zuschüsse massiv gekürzt worden. Vorerst geht es dennoch weiter mit der Arbeit - Anlaufstelle ist das Erdgeschoss in der Stresemannstraße 3 unweit der Bahnhofstraße. Wann genau das Geld für Gehälter und Sachkosten fließt, sei ungewiss, so die Streetworker.

 

Privat planen können die MJA-Mitarbeiter seit Jahren nicht. Ein Häuschen bauen? Sich ein Auto kaufen? Nicht dran zu denken. Finanzierung von Sozialarbeit steht immer wieder auf der Kippe. So kann für manch einen die berufliche Zukunft bei der MJA schnell wieder beendet sein - obwohl sie erst begonnen hat. Für Daniel Escherich zum Beispiel, der seit Oktober Ansprechpartner ist für junge Plauener im Stadtzentrum.

 

"Wir sind in den vergangenen Jahren oft heimgegangen, ohne zu wissen, wie weiter" - bei diesem Gedanken gruselt es auch Sozialarbeiterin Franziska Klinner. Nicht nur in ihren Augen fehlt verlässliche Kommunikation mit dem Jugendamt des Vogtlandkreises. "Wir haben öfter nachgefragt, wie es weitergehen soll, lange erhielten wir keine Antwort", so Kerstin Kunze.

 

Hintergrund: Bei der MJA wird viel im Ehrenamt geleistet. Der Vorstand des Vereins arbeitet quasi nebenbei. Angestellt waren bisher acht Personen: vier direkt in der MJA, drei in der Schulsozialarbeit, einer im Markuskeller. Doch der ist jetzt gegangen. Er habe sich beruflich neu orientiert, was ihm keiner aus dem MJA-Team verdenken kann. Dass der Markuskeller in Haselbrunn jetzt erneut geschlossen wurde, sei neben anderen Gründen ein Resultat der "Sprachlosigkeit", die Spitze des Eisbergs.

 

Die Entscheidung für die Abgabe der Trägerschaft des Jugendtreffs Markuskeller sei vom Vorstand und den Mitarbeitern wohlüberlegt worden, "unter Abwägung aller Interessen, aber letztlich zum Schutz des Vereins". Die anhaltenden Kostensenkungen des Vogtlandkreises und seine aus Sicht des Vereins unzureichend gestaltete Förderrichtlinie für Angebote der Jugendhilfe hätten unter anderem zur Entscheidung beigetragen, heißt es in einer Erklärung der MJA. "Einem neuen Mitarbeiter hätten wir keine Perspektive bieten können", so Escherich. Deshalb sei es nur ehrlich und konsequent, jetzt die Reißleine zu ziehen.

 

Denn die Arbeit in Plauens nördlichem Stadtviertel, in dem auch rechtsradikales Gedankengut herrsche, brauche viel Zeit und Vertrauen. Eine erneute Einarbeitung von Personal und eine intensive Begleitung der Arbeit im Markuskeller, wie sie für Berufsanfänger oder mit neuem Personal erforderlich wäre, könnten die Mitarbeiter der MJA nicht mehr leisten.

 

Die eigene Arbeitsplatzunsicherheit sowie die besonderen Lebenslagen der Adressaten mobiler Jugendarbeit, die durchaus auch zu einer immer höheren Arbeitsbelastung führe, machten eine erneute Einarbeitung unmöglich. Man hoffe, dass es bald weitergeht - durchaus mit einem anderen Träger, heißt es seitens der MJA. Klinner, Streetworkerin seit 2009 in Haselbrunn, betont: "Eine erneute Initiierung oder Aufrechterhaltung eines offenen Angebotes für Kinder und Jugendliche in diesem Stadtteil, etwa durch einen anderen Träger, bleibt ein großes Anliegen der MJA. Im Rahmen unserer Möglichkeiten wollen wir an der Verbesserung der Lebensbedingungen der junger Menschen dort mitwirken."

 

1600 männliche und 512 weibliche Klienten hat der Verein im vergangenen Jahr im Stadtzentrum aufgesucht. Dabei kam es zu 332 Einzelkontakten, in denen Jugendliche beraten wurden.

 

 

 

 

Kommentar: KalteSchulter

 

Der Hilferuf war nicht zu überhören: Mit einem Brandbrief wandte sich der Kreisjugendring - Dachverband der Vereine und Träger, die im Vogtlandkreis in der Jugendarbeit tätig sind - Anfang November an alle Kreisräte und Landtagsabgeordneten der Region. Und er schlug Alarm.

 

Während der Bedarf an betreuter Jugendarbeit durch sich "drastisch verändernde Lebenslagen der Kinder und Jugendlichen" steige, sei die Pflichtaufgabe des Vogtlandkreises seit Jahren chronisch unterfinanziert. Gerade einmal 0,5 Prozent des Kreisetats werden für Angebote offener und mobiler Jugendarbeit in Städten und Gemeinden der Region ausgegeben. Und diese Mittel werden weiter gekürzt.

 

Gewiss, die ehrenamtlichen Kreisräte bewegen sich in einem Spannungsfeld. Geld ist schließlich überall knapp. Es ist ihr gutes Recht, auf sparsame und effiziente Verwendung der Mittel zu schauen, konkrete Angebote auf ihre Wirkung zu hinterfragen. Doch nichts davon geschah: Die Jugendarbeiter wollten mit den gewählten Politikern ins Gespräch kommen, sie über ihre Arbeit informieren. Von angeschriebenen 86 Kreisräten und sechs Landtagsabgeordneten kamen ganze zwei Rückmeldungen. Offenkundig regieren im Vogtland die Politiker immer noch mit geschlossenen Augen und kalter Schulter. Wer die Augen zu hat, sieht schließlich die Probleme nicht. Man kann ja später wieder über Kinder reden, die die Zukunft des Landes sind. Oder über den Wert von präventiver Arbeit. Die wird leider immer erst dann erkannt, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

 

 

 


Januar 2018

 

Jugendhilfe: Regionales Fortbildungsprogramm 2018

 

Titelbild :)


Januar 2018 Kreisjournal

 

Vielfältiges Angebot steht bereit


Dezember 2017 Freie Presse

 

Jugendtreff "Markuskeller" schließt erneut


Dezember 2017 Freie Presse

 

Jugendtreff in Haselbrunn schließt


Dezember 2017 Freie Presse

 

Knobi - Brot und heißer Tee


 

 

 

25.09.2017 Freie Presse

 

Plauener Verein hat Chance auf 10.000 Euro